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Maria Hofer
Eine unschuldige Betrachtung
Da steht man vor lauter nützichen Dingen, die alle nicht an ihrem Platz sind. Diese Dinge wurden in Farbe getunkt, bunt besprüht, oder vielleicht sogar mit Zuckerglasur übergossen. Dabei ist aber ihr Zweck sichtbar geblieben; man weiß, wo diese Dinge hingehören, und dass sie jemand von ihrem Platz genommen hat. Danach sind diese nützlichen Dinge mit unnützen Dingen kombiniert worden, zum Beispiel mit einer hässlichen Vase, Confetti oder mit bunten Strümpfen. Diese unnützlichen Dinge sind meistens nur zur Dekoration, die nützlichen aber sind dazu da, um andere Dinge funktionieren zu lassen; Werkzeug ist eben kein Spielzeug! Hier wird Werkzeug und Styropor mit Confetti beklebt und das ganze auch noch mit PU-Schaum oder Tepichklebeband an unnützen Dingen befestigt: Der Unfug wird mit vielseitig verwendbaren Materialien aus dem Baumarkt gehalten, dabei soll man so etwas praktisches doch nicht verschwenden. Damit haben sich diese Materialien mit sofortiger Wirkung selbst disqualifiziert, die Konsequenz ist der Verlust ihres Nutzens. Wo kämen wir sonst hin? Dorthin zum Beispiel, wo die nützlichen Dinge ihre Unschuld verlieren, und zwar dann, wenn man wie ein Kind die Farbe wieder ablutschen will (obwohl wir genau wissen, dass die Farbe mit großer Wahrscheinlichkeit giftig ist). Trotzdem wollen wir sie loswerden. Dann können wir in Ruhe schlafen gehen; alles in Ordung. Die Schüchternen unter uns bleiben vielleicht nur ehrfürchtig davor stehen, mit offenem Mund die schönen Farben bewundernd — wie vor einem Süßigkeitenladen. Aber auch dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis man sich dabei ertappt, wie man die Dinge zuerst mit den Augen wieder auszieht und dann beginnt die Farbe von einem bunten Penis aus Watte und Damenstrümpfen nuckeln zu wollen, ohne, dass dich jemand davor gewarnt hätte.
Eine Frechheit ist das. Jetzt bist du das Schwein und die Dinge stehen in ihrer Unschuldigkeit vor dir und sind nach wie vor bunt. So lässt du sie wahrscheinlich besser auch stehen, denn es ist schon spät, und pünktlich zu
Mittag steht das Essen am Tisch. Mahlzeit. |